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Frauen-Trainer Tino Gottlöber im Interview




Bischofswerda spielt weiterhin Regionalliga. Was unseren Männern leider nur zwei Mal gelungen ist, haben unsere Frauen in der vergangenen Saison bereits zum fünften Mal in Folge geschafft ... den Regionalliga-Klassenerhalt. Natürlich hinken die Vergleiche zwischen Männer- und Frauenfussball, dass wissen unsere Mädels und erst recht Trainer Tino Gottlöber. Dennoch ist die Zugehörigkeit zur dritthöchsten Liga im mittlerweile sechsten Jahr eine tolle Leistung, die unter den gegebenen Umständen und Vorraussetzungen keineswegs als selbstverständlich einzuordnen ist.

Im Interview stellte sich Tino unseren Fragen zur vergangenen Spielzeit, zur aktuellen Saison, zum Thema Frauenfussball allgemein und auch die ein oder andere persönlichere Frage ist mit dabei.

Hallo Tino, auch wenn die Spielzeit 21/22 nun schon ein gutes 1/4 Jahr hinter uns liegt, interessiert uns dein persönliches Fazit zur fünften Regionalligasaison deiner Mädels. Wie lautet dein Fazit?
Natürlich waren wir mit dem achten Tabellenplatz zum Ende der Saison sehr zufrieden. Da ja nur eine einfache Runde auf Grund der Coronapause gespielt wurde, durfte man sich keine großen Ausrutscher erlauben. Der Tabellenplatz spiegelte aber auch die Entwicklung der Mannschaft über das Jahr wieder. Wir waren bis auf das Spiel gegen Türkyemspor in keinem Spiel chancenlos und hätten den ein oder anderen Punkt mehr holen können.

Ihr habt den Klassenerhalt recht früh perfekt machen können. Durch den last-minute-1:0-Sieg in Magdeburg durftet ihr bereits vor den letzten drei Saisonspielen feiern. Was war aus deiner Sicht der Schlüssel für den vorzeitigen und am Ende auch sicheren Klassenerhalt?
Ein wesentlicher Punkt war, dass wir mit Beginn der Vorbereitung auf die Saison 2021/22 begonnen haben, dreimal pro Woche zu trainieren. Das wirkte sich auf Fitness, aber auch auf spielerische Komponenten aus. Natürlich waren die Siege gerade gegen die Gegner der unteren Tabellenhälfte (Magdeburg, Zwickau, Steglitz oder Rostock) schlussendlich die Garanten bzw. Big-Points für den Klassenerhalt.

Was war für dich das Highlight der Saison 21/22?
Das ist ganz klar der Sieg gegen Viktoria Berlin, dem Tabellenführer zu diesem Zeitpunkt. Es war das erste Spiel nach der Winterpause und wir hatten die 2 Wochen vor dem Spiel innerhalb der Mannschaft kräftig mit Corona zu kämpfen, konnten eine Woche gar nicht trainieren. Wie die Mannschaft dann dem großen Favoriten Paroli bot und mit einem 1:0-Sieg vom Platz ging war einfach grandios.

Gibt es etwas, was dir noch ein bisschen im Magen hängt?
Definitiv das Ausscheiden aus dem Sachsenpokal bei Erzgebirge Aue. Das war unsere schlechteste Saisonleistung und damit haben wir eine große Chance verpasst, in diesem Wettbewerb weit zu kommen.


Blicken wir auf die am kommenden Wochenende startende neue Regionalligasaison. Welche Zielstellung hast du bzw. habt ihr als Trainerteam?
Sollte die Saison wie geplant stattfinden, wird es wohl die schwerste, die wir je hatten. 26 Punktspiele und hoffentlich die maximale Anzahl an Pokalspielen werden unserer Mannschaft alles abverlangen. Aber wir freuen uns auf diese lange Saison. Natürlich wollen wir wieder in die Region vorstoßen, wo wir letztes Jahr standen. Das wird aber auch notwendig sein, da es (wenn die Regelung so beibehalten wird) mindestens vier Absteiger geben wird.

Bist du mit dem Verlauf der Saisonvorbereitung zufrieden und siehst du deine Mädels gut vorbereitet?
Wir haben eine lange, harte Vorbereitung hinter uns und die Mädels sind froh, dass es jetzt endlich los geht. Alle haben gut mitgezogen, große Verletzungen hat es nicht gegeben. Dennoch gibt es bei der ein oder anderen noch Fitnessrückstände, da aufgrund der Ferien- bzw. Urlaubszeit in den vergangenen Wochen natürlich der ein oder andere Sommerurlaub in die Vorbereitungszeit fiel. Auch wenn wir das letzte Vorbereitungsspiel gegen den tschechischen Erstlisten Slovan Liberec in einer Art Wasserschlacht deutlich verloren haben, konnte man von Testspiel zu Testspiel eine stetige Entwicklung erkennen. Wenn wir diese auch in Babelsberg fortsetzen können, sehe ich uns gut vorbereitet für die bevorstehenden Aufgaben.

Gibt es Veränderungen im Kader im Vergleich zur Vorsaison?
Wir haben uns kadermäßig nicht groß verändert, da wir als Trainerteam der Meinung waren, dass die Mannschaft sehr gut funktioniert hat. Eine Hand voll Mädels rückt aus unserem Nachwuchsbereich nach oben und hat die Möglichkeit, sich im Training und auch über Spielpraxis in unserer Spielgemeinschaft mit dem SV Gnaschwitz-Doberschau für den Regionalligakader zu empfehlen.
Mit Paula Klemm konnten wir zudem eine talentierte, junge Spielerin aus dem Nachwuchs des FC Oberlausitz Neugersdorf für uns gewinnen.

Wo siehst du die Stärken und Schwächen deines Teams? Was zeichnet die Mannschaft aus?
Die Mannschaft hat einen Teamspirit, welchen ich so selten erlebt habe. Den nimmt sie dann auch auf das Spielfeld mit. Gerade in Momenten, wo es darauf ankommt sich zu beweisen bzw. wichtige Punkte einzufahren, lässt sie diesen Spirit raus. Schwächen sehe ich vor allem darin, dass wir das Leistungsvermögen jeder einzelnen Spielerin noch nicht ausschöpfen. Wenn wir in der Lage sind, Trainingsqualitäten auch zu 100% auf das Spielfeld zu bringen, werden wir definit noch stärker auftreten.

Was ist dir im Umgang mit deinen Mädels besonders wichtig? Welche Erwartungen stellst du an dein Team?
Wir als Trainerteam sind dafür verantwortlich, das die Mädels dreimal die Woche teilweise von weit entfernt mit Spass und Freude zum Training kommen. Das zu garantieren ist unsere Aufgabe. Natürlich erwarten wir von den Mädels, dass sie auch wissen: wir spielen Regionalliga, das geht nicht im Vorbeigehen!! Da muss man auch Einschränkungen im privaten Leben in Kauf nehmen.

Die Saison 21/22 fand, wie von dir zu Beginn bereits angesprochen, lediglich in einer einfachen Runde mit nur 17 Spielen statt. Nun wird es hoffentlich wieder eine komplette Saison mit Hin- und Rückspielen geben. Wie ist deine Meinung dazu
Ich hoffe, dass wir die Saison wie geplant durchziehen können und durch äußere Einflüsse wie bspw. Corona in den vergangenen Jahren nicht wieder unter- oder abgebrochen werden muss. Wir alle freuen uns auf Hin- und Rückspiele gegen tolle Gegner und spannende Auswärtsreisen durch den ganzen Nordosten. Doch nicht nur Corona, sondern auch die Energiekrise und die damit verbundenen steigenden Kosten für Vereine und Städte werden die nähere Zukunft beeinflussen. Die Verantwortlichen sind in der Pflicht, damit auch verantwortungsvoll umzugehen.


Lass uns etwas allgemeiner werden, aber natürlich weiterhin beim Frauenfussball bleiben. Hast du die Frauen-Europameisterschaft verfolgt und wenn ja, wie lautet dein Fazit zur EM?
Ich habe die EM natürlich verfolgt. Und wer immer noch der Meinung ist, Frauenfussball sei unattraktiv, wurde spätestens mit dieser EM eines Besseren belehrt. Die Entwicklung ist schon beeindruckend, vor allem auch in der Breite. Viele Mannschaften haben im technisch-taktischen Bereich enorm zugelegt.

Wie schätzt du das Potential des Mädchen- & Frauenfussballs beim BFV und der Region ein?
Das wir ins mittlerweile sechste Regionalligajahr gehen, ist ein Riesenerfolg für den Verein im Bereich des Frauenfussballs, aber auch für die Region. Im momentanen Kader stehen immerhin 14 Spielerinnen, die auch in unseren Nachwuchsmannschaften gespielt haben und aus unserer Region stammen. Das ist der entscheidende Punkt auch für die Zukunft. Wenn wir es schaffen, den Talenten aus unserer Region eine gute sportliche Aussbildung zu garantieren, werden wir auch in Zukunft in der Lage sein, guten Frauenfussball anzubieten. Das Potential an talentierten Mädchen ist auf alle Fälle vorhanden.

Gibt es etwas, dass du deinen Mädels auf diesem Wege gerne mitteilen möchtest?
Wir stehen unmittelbar vor dem ersten Punktspiel. Ich wünsche mir, dass sie alle leistungsmäßig das abrufen können, zu dem sie in der Lage sind. Bleibt als Mannschaft so eingeschworen, wie ihr es im letzten Jahr wart.

Gibt es für dich aus Trainersicht Unterschiede in der Art und Weise, wie der Fussball im Männer- und Frauenbereich "gelebt" wird?
Ich möchte das nicht pauschalisieren. Ich kann da nur von unseren Mannschaften ausgehen. Fussball findet nicht nur auf dem Spielfeld statt. Fussball ist Team, Fussball ist Gemeinschaft. Das muss auch neben dem Platz gelebt werden. Ich glaube da sind die Mädels den Männern in den letzten Jahren etwas voraus gewesen. Doch mein Eindruck in den letzten Wochen von unserer Männermannschaft ist in dieser Hinsicht sehr positiv.


Gehen wir zum Abschluss noch auf dich persönlich etwas mehr ein. Du gehst in dein mittlerweile elftes Trainerjahr unserer Frauenmannschaft. Welche persönlichen Ziele verfolgst du noch im Bezug auf deine eigene, persönliche Trainertätigkeit?
Fussball ist ein schnelllebiges Geschäft, auch in unseren Bereichen bzw. auf unserem Niveau. Mein Lebensmotto war schon immer: das was ich tue, muss Spass machen! Da kann es auch anstrengend sein. Ich fühle mich mit dem, was ich zur Zeit mache sehr wohl und hoffe dem Verein, dem ich viele, viele schöne Momente in meinem bisherigen Leben verdanke, noch einiges zurückgeben zu können.

Anfang Juli haben wir das 10-jährige Bestehen des Mädchen- und Frauenfussballs beim BFV 08 mit einem tollen Wochenende gefeiert. Gibt es einen Moment, an den du dich in den vergangenen zehn Jahren besonders gern erinnerst bzw. ein Highlight, was dir sofort in den Sinn kommt?
Es ist schwer, aus den vergangenen zehn Jahren das eine Highlight heraus zu picken. Es gab viele schöne Momente, die einem ab und an in den Sinn kommen und an die man sich gerne zurückerinnert. Einer der besonderen und emotionalsten Momente war wohl das Ausgleichstor von Katharina Kögler im letzten Saisonspiel 2017/2018 gegen den 1.FC Neubrandenburg. Bei einer Niederlage wäre unsere erste Regionalligasaison zumindest vorerst auch unsere letzte gewesen, wir hätten den Gang zurück in die Landesliga antreten müssen. Kurz vor Schluss köpfte Katha dann eine Eckballhereingabe zum 2:2-Ausgleichstreffer in die Maschen ... wodurch der Klassenerhalt zuhause vor unseren eigenen Zuschauern und Fans perfekt gemacht werden konnte. Für unsere Verhältnisse war der Ligaverbleib eine wahnsinns Leistung und einer der emotionalsten Momente der vergangenen zehn Jahre.

An welchen besonderen Moment erinnerst du dich aus der Zeit deiner Spielerkarriere?
Vereinsbezogen natürlich der 2:0-Erfolg 1987 gegen den BFC Dynamo, wo ich das 1:0 erzielen konnte. Absolute Highlights waren die vier UEFA-Cup-Spiele mit Rot Weiss Erfurt gegen den FC Groningen und Ajax Amsterdam (zu dieser Zeit quasi die holländische Nationalmannschaft mit Trainer Louis van Gaal und Spielern wie bspw. Dennis Bergkamp). Aber man erinnert sich auch gern an Spiele, wo dir auf der Gegenseite Fussballgrößen gegenüberstanden, wie beim DFB-Pokalspiel mit Schiebock gegen Karlsruhe (Oliver Kahn) oder mit dem FC Rot-Weiß Erfurt gegen den FSV Mainz 05 (Jürgen Klopp).

Tino, vielen Dank für deine Zeit und deine Geduld bei den vielen Fragen. Gibt es zum Abschluss noch eine Botschaft, die du an die Leser und Leserinnen dieses Interviews, gerne auch an die Fans, Freunde, Unterstützer und Sponsoren des BFV 08 richten möchtest?
Mein grösster Wunsch ist, dass wir als Verein Mannschaften auf den Platz schicken, die Emotionen auf den Platz erzeugen. Ich schaue natürlich viel Fussball. Ich habe in der vergangenen Zeit Spiele von Dynamo und RB Leipzig live gesehen und mich gefragt, warum ich im Stadion war. Ich habe aber auch Spiele gesehen wie das Pokalspiel unserer U23 gegen Deutschbaselitz, natürlich als Trainer auch die Spiele unserer Frauen gegen Viktoria Berlin und Turbine Potsdam, das Spiel unserer B-Junioren gegen Fortuna Chemnitz. Und glaubt mir, da habe ich mehr Spass und Emotionen auf und neben dem Platz gefühlt als in den großen Stadien. Die Jungs und Mädels verdienen es einfach, die Unterstützung von den Rängen zu erhalten. Ich denke mit den Mannschaften, die wir in diesem Jahr am Start haben, können wir diese Emotionen erzeugen.


Vielen Dank für deine Zeit, Tino. Wir wünschen dir, dem gesamten Trainer- und Funktionsteam sowie der Mannschaft eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison.





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